Urgestein mit Ecken und Kanten…

… aber patriarchischer Fürsorglichkeit

Klaus Nottebaum ist Träger des Hans-Kopsch-Ehrenpreises 2018

Mommenheim. Er ist beileibe kein glatt geschliffener Kiesel, kein Mainstream-Mitglied, eher ein Brocken mit Ecken und Kanten, der sich nicht den Mund verbieten lässt. Schon gar nicht in der DMGG, zu dessen Urgesteinen er zählt und für deren positiver Entwicklung er mit konstruktiver Kritik und auch anonymem Sponsorship gerne und nachhaltig Sorge trägt. Er strebt keine Titel an, aber sorgt für die, die er gerne mag, mit patriarchischer Fürsorglichkeit. Und wenn so ein Mensch den Hans-Kopsch-Ehrenpreis erhält, dann wäre dies alleine schon das Wochenende zum Abgolfen in Mommenheim wert gewesen. Die Rede ist von Klaus Nottebaum, der tief gerührt ob der für ihn völlig unerwarteten Ehrung war, aber sich kurz schüttelte und dann eine Dankesrede lieferte, die alle Aspekte streifte, die die Gemeinschaft der deutschen Mediengolfer ausmacht.

„Menschlich und golferisch ein Vorbild“

Davor musste er aber ein paar Mal kräftig schlucken und das ein oder andere Tränchen aus den Augen wischen. Die erste sehr willkommene Verschnaufpause lieferte ihm Michael Ortner, einer von vielen, die Klaus Nottebaum in den Kreis der DMGG-Familie eingeführt hat und der es trotz vieler Termine als seine selbstverständliche Pflicht ansah, die „erste Laudatio meines Lebens“ auf seinen Freund Klaus zu halten.  In ungezählten Golfrunden habe er von Klaus, seinem menschlich und golferischen Vorbild, zwei wichtige Grundsätze kennen gelernt: Eingehende Regelkenntnisse helfen und „Stelle nicht in die Puttlinie eines Mitspielers, besonders nicht in meine“. Wissender Beifall des Auditoriums. Zudem nehme Klaus kein Blatt vor den Mund: Nicht bei seiner geliebten DMGG, nicht bei seiner Fortuna und gar nicht bei der Politik. Wieder wissender und mitfühlender Applaus des Saales. Wie jeder Laudator endete Michael Ortner mit einem Blick in die Zukunft: „Ich wünsche Dir, dass du noch viele Runden mit deinen Liebsten und mit den Mediengolfern drehst.“

„Ich freue mich grenzenlos“

Die nötige Atempause nach dieser von Achtung und tiefer Zuneigung geprägten Rede verschaffte dem Preisträger zunächst einmal die DMGG-Familie mit einem stehenden Applaus. Wäre ein Beifall-Messgerät vor Ort gewesen, hätte es sehr wahrscheinlich in der Intensität und Zeit Spitzenwerte ausgeworfen. Die zweite Atempause verschaffte Klaus Pastor dem tief gerührten Preisträger: „Lieber Klaus, du bist sehr routiniert im Halten von Bruttoreden. Du wirst auch heute nicht umhin kommen, ein paar Worte zu sagen, auch wenn das ein sehr bewegender Moment für Dich ist.“ Nach einem tiefen Räusper war Klaus Nottebaum dann bereit: „Ich versuchs!“ Zuerst ein Geständnis: „Ich freue mich grenzenlos!“ Mit der Einschränkung: „Ich weiß nicht, ob ich den Preis verdient habe.“ Es folgte eine Passage, die auch langjährige Wegbegleiter als die tiefste emotionale Regung von Klaus Nottebaum vor dem Mikrofon registrierten: „Dass gerade ich als Urgestein den von Hans Kopsch gestifteten Preis in Empfang nehmen darf, macht mich unheimlich stolz. Ich liebe diesen Kerl!“ Kopsch habe sehr viel für die DMGG getan, herzlich zu danken sei aber auch den Leuten, die jetzt an der Spitze der Mediengolfer arbeiteten.

Seinen scharfen Blick in die Zukunft bewies Nottebaum mit der Aussage: „Ich hatte heute das Vergnügen, mit Oliver Sequenz zu spielen. Wenn wir es schaffen, mehr dieser jungen Leute an uns zu binden, braucht es uns nicht bange zu sein um die DMGG-Zukunft.“ An die die für die Mediengolfer unverzichtbaren Sponsoren dachte der Preisträger natürlich auch: „Wir freuen uns immer über so tolle Sponsoren, die dann auch noch so charmante Vertreterinnen entsenden. Gemeint war Anna Pasternak und Yara Willems von Hankook Tire Europe.

Preisträger Klaus Nottebaum

Preisträger Klaus Nottebaum

„Conny, ich danke dir sehr“

Auch der Schlusssatz war wohl gesetzt: „Seit vielen Jahren macht es immer wieder Spaß, in dieser Gemeinschaft zu spielen und zu feiern. Ihr werdet mich nicht los.“ Nach dem erneuten langanhaltenden, intensiven Beifall hatte Klaus Pastor eine Ergänzung: „Wir dürfen auf keinen Fall die Verdienste deiner Conny vergessen, die Dich begleitet, wann immer sie kann. Für mich wart ihr als einstellige Familie mit eurem Sohn Andreas immer das Idealbild einer Golffamilie.“ Dann übernahm Klaus Nottebaum das Mikrofon wieder und bewies, wie tief die Gefühle eines Menschen mit Ecken und Kanten gehen können: “In der ganzen emotionalen Aufregung habe ich meine Frau vergessen. Ohne dich wäre das alles nicht möglich gewesen, Conny. Ich danke Dir sehr!“ Eine schönere Liebeserklärung hat es auf der DMGG-Bühne wohl noch nicht gegeben.

Es folgten Küsschen, Umarmungen, Schulterklopfen und Glückwünsche fast ohne Ende. Das alles fasst wohl zusammen, was man einem tief geachteten und geschätzten Menschen an so einem Tag auf den Weg gibt: „Bleib so, wie du bist!“

 Jupp Lentzen