„Dieser Titel fühlt sich richtig gut an“

„Team Deutschland“ holt zum zweiten Mal Journalisten-EM

 

Die 13 ist zur Glückszahl des deutschen Journalisten-Teams bei der 9. Golf-Europameisterschaft in Belgien geworden. Mit 13 Punkten Vorsprung sicherte sich das DMGG-Team den Erfolg vor Titelverteidiger Italien und den überraschend starken Schweden. Austragungsort war der Royal Golf Club du Hainaut in Mons.

Es war ein Herzschlagfinale, auch wenn der zweite Triumph nach 2013 am Ende auf dem Papier deutlich ausfiel. Die Entscheidung stand erst fest, als der letzte Flight mit Bastian Bleeck (Köllen Verlag) die Scoring Area verlassen hatte. „Die Spannung war förmlich mit den Händen zu greifen. Lange hätte ich das nicht mehr ausgehalten“, erklärte Sascha Haas (Sport1), mit 4, 2 bester Handicapper und einer von vier EM-Rookies im „Team Deutschland“.

Auf den aufgestellten Bildschirmen verfolgten die Spieler aus zehn Nationen bei einer Art Live Scoring das Geschehen. Spannung pur. Fast nach jedem Flight wechselte die Führung. Erst als das offizielle Endergebnis eingeblendet wurde, fielen sich die deutschen Spieler um den Hals.

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Ein ganz besonderer Triumph

„Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir geschafft haben. Der Sieg war nur möglich, weil wir als Mannschaft aufgetreten sind. Dieser Titel fühlt sich richtig gut an“, versichert Captain Klaus Pastor, der die DMGG-Formationen seit 2003 bei allen großen internationalen Wettbewerben anführt.

Die beiden dienstältesten Mitspieler, Uwe Bornemeier und Uwe Goertz, waren ebenfalls schon 2003 dabei und nehmen mittlerweile die Rolle der Co-Captain ein. Sie schlagen in die gleiche Kerbe. „Das war eine ganz starke Teamleistung. Alle Nominierten haben alles gegeben, voll überzeugt und zu dem überragenden Ergebnis beigetragen. Besonders erwähnen möchte ich Sascha, der sich am ersten Tag einen Muskelfaserriss im Arm zugezogen hat. Trotz Schmerzen hat er nicht aufgegeben, sondern zwei Runden durchgezogen.  Ein Team Deutschland, auf das wir stolz sein können“, so Uwe Bornemeier.

Obwohl das DMGG-Team schon nach dem ersten Tag die Führung übernommen hatte, waren es zwei ganz unterschiedliche Runden im königlichen Golfclub von Mons. In Runde eins kamen die deutschen Spitzenspieler mit enttäuschenden Ergebnissen ins Klubhaus. Magere 67 Pünktchen wurden von den drei besten Handicappern aufs Konto gebucht. Die Reaktion von Uwe Goertz: „Als ich das gehört habe, habe gedacht: Das war’s, bevor es richtig angefangen hat.“

Doch am ersten Tag zündeten dann die, von denen man es nicht unbedingt erwarten durfte. Allen voran Jens Stephan (33 Punkte) und Wolfgang Friederichs (32), für die es die erste EM war sowie Jörg Schlockermann (32). Dahinter dann eine breite Phalanx von soliden Ergebnissen mit Uwe Goertz (29), Carola Kammerinke (28), Bastian Bleeck (28) und Klaus Pastor (27). In der Addition waren es 234 Punkte, sechs mehr als der Zweitbeste.

Carola Kammerinke beste Frau bei der EM

Am zweiten Tag liefen dann die Spitzenspieler zur gewohnten Form auf. Allen voran sammelten die beiden Co-Captain Uwe Goertz (34) und Uwe Bornemeier (33) die meisten Punkte. Andreas Bosbach (32) und „Schlussmann“ Bastian Bleeck (31) sowie Carola Kammerinke (31) performten mit weiteren 30er Runden und legten die Basis für den Erfolg. Carola wurde mit insgesamt 59 Punkten als beste Frau des Turniers ausgezeichnet. Einen weiteren Sonderpreis gewann Sascha Haas als „Weitenjäger“. Der Münchner gewann den „Longest Drive“, obwohl er sich wie erwähnt am ersten Tag bei einem Fehlschlag schwer verletzte.

Abseits des sportlichen Geschehens haben die belgischen Kollegen mit Captain Alain Bogaerts und Philippe Lacourt an der Spitze eine EM der Extraklasse organisiert. Vor allem durch die Unterstützung der ehemaligen europäischen Kulturhauptstadt Mons und des Tourismusverbandes der Wallonie gab es ein abwechslungsreiches Abendprogramm. „Ich bin glücklich, so vielen europäischen Journalisten ein wenig von der Schönheit der Wallonie zeigen zu können und hoffe, dass möglichst viele von Ihnen hierher zurückkommen, um mehr davon zu sehen“, sprach Touristik-Chef Pierre Coenegrachts, der die EM an allen Tagen persönlich begleitete, eine Einladung an alle Teilnehmer aus. Lohnen tut es sich. Mons und die Region verfügen über insgesamt 19 UNESCO Weltkulturerbe Stätten.

Kleines Zeichen für Frieden und Freiheit

Doch erst einmal wurde auf dem abschließenden Gala-Dinner ausgiebig gefeiert. Doch auch bei der Siegerehrung nahm Captain Klaus Pastor in seiner von viel Applaus begleiteten Rede nicht nur Bezug auf den Erfolg, sondern auch auf die allgemeine politische Lage: „Wir treffen uns zum neunten Mal. Wir treffen uns dabei um auf dem Golfplatz sportlich miteinander zu kämpfen, wir treffen uns aber auch, um unsere Freundschaft zu pflegen. Lasst uns das fortführen. In Zeiten von Terrorismus, Rassismus und zunehmend wachsendem Nationalismus ist das ein kleines Zeichen für ein gemeinsames Europa in Frieden und Freiheit. Es ist ein kleines Zeichen, aber wichtiges Zeichen.“

Das Endergebnis

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